Opeth – Deliverance

Erschienen 2.11.2002

Label: Music for Nations

Wertung 8,5/10

Nun kommt also auch eine Rezension zu „Deliverance“, der ungleichen Schwester von „Damnation“. Ich hatte dieses Album bisher noch nicht gehört, aber da ich es zusammen mit ihrer Schwester als Vinyl erstanden hatte, war es nun endlich an der Reihe. Es gilt als eines der härteren Alben der Band, trotzdem finden sich auch viele der typischen Tempowechsel und melodischeren Parts. Gleich die beiden ersten beiden Titel sind ganz ordentliche Ballermänner, wobei der Titelsong jedoch deutlcih hervorzuheben ist. Ich glaube, es ist der Titel mit dem einprägsamsten Outro, das ich je gehört habe. Im dritten Titel „A Fair Judgement“ nehmen die Schweden dann etwas Tempo aus, trotzdem ist der Titel nicht minder eindrucksvoll. 3 Titel, etwa 35 Minuten sind bis dahin um – bis jetzt sind die Schweden eindeutig auf Bestnotenkurs.

Danach nimmt die Qualität etwas ab, es ist beruhigend zu wissen, das auch die allerbesten Musiker nicht nur Weltklasse abliefern können. Hätte man die besten Songs von „Damnation“ und „Deliverance“ auf einem Release vereinigt, wäre es auf jeden Fall wieder ein Meisterwerk geworden, genau wie das vorherige „Blackwater Park“ und das nachfolgende „Ghost Reveries“. So bleibt es das Dokument eines künstlerischen Experimentes, sagen wir mal mit ein paar Abzügen in der B-Note, aber immer noch ein eindrucksvolles Album.

Opeth – Watershed

Erschienen: 24. Mai 2008

Label: Roadrunner

Wertung 10/10

Das Album habe ich tatsächlich sehr lange nicht mehr gehört und bei aller Liebe, die ich den aktuelleren Veröffentlichungen der Band geschenkt habe: Wenn man dieses Album hört, weiß man eigentlich erst mal wieder, was wir alle verloren haben, als die Band sich vom Metal verabschiedet. Keine Band schafft den Spagat zwischen laut und leise, brachialen Riffgewittern und melodiösen Passagen, Growls und Klargesang so phänomenal wie Opeth. Und dieses Album ist meines Erachtens nach ihr Meisterwerk, der glorreiche Abschluss eines Kapitels der Bandgeschichte. Wer wissen will, was ich meine, braucht sich nur die ersten beiden Titel, „Coil“ und „Heir Apparent“ anzuhören. Mehr Worte braucht es nicht mehr, um diesem Album gerecht zu werden: Höchstnote!

Opeth – Damnation

Erschienen: April 2003

Label: Music For The Nations

Wertung 8/10

An einem dunklen Wintermorgen fuhr ich morgens mit dem Auto von Rostock nach Emden. Es hatte in der Nacht geschneit, die Landschaft war in ein kaltes Weiß gebettet. Gegen Morgen war der Schnee jedoch in in einen nassen Nieselregen übergegangen. Der Tag begann grau und trüb und feucht, die ganze Szenerie war wie ein Schwarzweißfilm auf einem schlechten Fernsehbild, nur die roten Bremslichter passten irgendwie nicht rein.

Ich hörte „Damnation“ von Opeth, ich hatte kürzlich diese Platte zusammen mit „Deliverance“ auf Vinyl erstanden und beim ersten Hören fiel mir auf, das ich dieses eher untypische Werk noch nie komplett gehört hatte. Es ist ein sehr ruhiges, fast melancholisches Album fast ohne Metal-Elemente, nur mit Klargesang, viel Akkustikgitarre, Piano, Mellotron.  Es war genau die richtige Musik an diesem Wintermorgen, aber irgendetwas fehlt dem Album .Herausragend sind aus meiner Sicht nur die Stücke „In my Time Of Need“ und „To Rid The Disease“. Produziert von Steven Wilson, ja manchmal klingt es etwas wie Porcupine Tree, aber halt mit dem besseren Sänger. Nach 40 Minuten war die Reise vorbei, zumindest die musikalische. Ich war nicht hundertprozentig überzeugt und hab als nächstes mal wieder „Watershed“ aufgelegt, das ist doch merklich abwechslungsreicher und unterhaltsamer.

Summer is miles and miles away
And no one would ask me to stay
And I should contemplate this change
To ease the pain
And I should step out of the rain
And turn away

Tribulation – The Formulas of Death

Erschienen: 2.5.2013

Label: Anja Offensive

Wertung: 8/10

Auf diese Band wurde ich aufmerksam, als ein Titel vom 2015er Album im Stahlwerk von Fritz lief. Schöner melodischer Black Metal, sehr interessant. Ich wurde letztendlich beim Vorgängeralbum „The Formulas of Death“ fündig, wahrscheinlich weil es auf Prime zu hören war. Die ersten beiden Titel ballern noch ordentlich rein, aber spätestens beim Instrumental ???? ahnt der Hörer, das die Band noch andere Seiten zu bieten hat. „Suspiria“ ist dann auch aus meiner Sicht Höhepunkt des Albums, hier hat man das Tempo etwas rausgenommen, dafür ist das Stück merklich proggiger und spätestens als bei etwa 5min ein seltsam entrücktes Piano mitspielt, bin ich zum Fan dieser Scheibe geworden. In dieser Art und Weise geht es auch munter weiter, melodische Elemente wechseln sich Ballermetal ab, ein sehr schönes Intro bei „When the sky is black with devils“. Gegen Ende hin wird es ein klein wenig langweiliger, da gehen der Kapelle offensichtlich etwas die Ideen aus. Aber trotzdem ei n sehr hörenswertes und abwechlungsreiches Album, das ich immer mal wieder gern höre, insbesondere beim Joggen.

The Formulas of Death

A. J. Kazinski – Todestrank

Erschienen: 01.09.2016

Anbieter: Random House

Sprecher: David Nathan

Wertung: keine

Alberner Reinkarnationskram

Keine Wertung, weil ich nach ca. der Hälfte aufgehört und das Hörbuch zurückgegeben habe. Superermittler begibt sich undercover in eine Irrenanstalt für Schwerverbrecher und kann da schon am zweiten Tage schalten und walten, sein Ex-Freundin ist Forscherin und löst mal eben auf dem Weg nach Südamerika, auf einer lange geplanten Dienstreise, ein kryptographisches Rätsel und stellt dann auf eigene Faust Ermittlungen an, so eine Art weiblicher Indiana Jones, dann noch ein 65 Jahre alter Todesfall, der irgendwie in die Gegenwart reicht, mit Wiederauferstehung und so, jede Menge Logik-Fehler und irgendwann hatte ich genug davon…

Seit die skandinavischen Ermittler alle zu Supermännern mutiert sind, mag man gar keinen nordischen Krimi mehr anfassen. Wo sind sie nur geblieben, Martin Beck, Kurt Wallander, van Veeteren, Erik Winter.

 

Wieder reingehört – Yes, Doors, Stones

Yes – Close to the Edge – 1972 – Das ist wahrscheinlich das Meisterwerk der Band!

The Doors – Weird Scenes inside the Goldmine -1972 – Das ist die erste Compilation nach Morrisons Tod, eine Best Of sozusagen, aber ein toller Querschnitt der etwas düsteren Parts!

Rolling Stones –  Some Girls – 1978 – Nicht gerade ein Klassiker, aber mit Miss You, When The Whip Comes Down und Beast Of Burden ein paar schöne Hits

Iamthemorning – Belighted

Erschienen: 19. September 2014

Label: Kscope (Edel)

Wertung 9/10

Nachdem mich das aktuelle Album des russischen Duos faktisch umgehauen hat, war ich natürlich sehr gespannt auf die früheren Werke. „Belighted“ ist ebenfalls ein ganz ausgezeichnetes Album, es ist experimenteller, musikalisch abwechslungsreicher als „Lighthouse“, neben den klassischen, wunderschönen Liedern, dominiert von Gesang, Klavier und Geigen, finden sich sogar merklich rockigere Parts, ein sensationelles Schlagzeug vom Porcupine Tree Drummer btw.

Die Struktur des Albums ist etwas anders, die eigentlichen Stücke sind eingebettet in die fragmentarischen Intermission-Tracks. Für mich macht das Album den Eindruck, das die Band noch etwas auf der Suche nach dem eigenen Stil ist, den sie dann auf „Lighthouse“ gefunden und perfektioniert hat. Die schönsten Stücke sind für mich „To Human Misery“ und „The Simple Story“, diese klingen auch schon so ganz ähnlich. Deshalb kann ich für dieses Album auch nicht ganz die Höchstnote geben, das nachfolgende Album macht insgesamt einen geschlosseneren und ausgereifteren Eindruck. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, das Album gefällt mir auch ausnehmend gut!

Belighted

Stephen King – The Green Mile

Veröffentlicht:05.12.2014

Anbieter: Random House Audio, Deutschland

Sprecher: David Nathan

Wertung 9,5/10

Ein Klassiker

Das war die Meinung eines Bekannten, als wir uns gerade über die Hörbücher unterhielten, die wir gerade hören. Ich hatte gerade mal eine Stunde reingehört, ich kannte die Geschichte überhaupt nicht, auch nicht als Film. Ich hatte aber schon nach dieser einen Stunde das Gefühl, dass er Recht haben könnte.

Ich muss zugeben, das ich selten so eine fesselnde Geschichte gehört habe, der Herr King ist einfach ein sehr guter Erzähler, und wenn die Story dann auch in einem einigermaßen realen Umfeld spielt, dann kann ich ihm auch uneingeschränkt folgen. Zum Inhalt dieses Fortsetzungsromanes will ich gar nichts weiter erzählen, es ist die schonungslose Abrechnung mit einer unmenschlichen Tötungsmaschinerie, dargestellt an drei, vier Einzelschicksalen, wie sie unterschiedlich nicht sein können und verdichtet auf wenige Monate. Jedem Erzählstrang wohnt eine gewaltige Spannung inne und am Ende löst sich alles in einem schlüssigen Finale auf. Dazu belebt er ein seltenes literarisches Genre, den Fortsezungsroman, allerdings merkt man das der Geschichte zunächst gar nicht an,

Warum habe ich dann trotzdem nicht die Höchstnote vergeben? Irgendwie löst sich die Geschichte von John Coffey für mich zu einfach auf. Sein Tod ist der einzig mögliche Ausweg und letztendlich wünscht er sich auch das Ende seiner Leiden. So sind am alle irgendwie zufrieden, aber ich nicht. Ich glaube im richtigen Leben gehen solche Geschichten nicht so glatt zu Ende. Na ja richtiges Leben … irgendwie ist es eben doch nur eine Geschichte. Vorzüglich gelesen von David Nathan,wie immer

Wieder reingehört – Yes, Omega, Jethro Tull, UFO

Yes – „Relayer“ – 1974 Da ich mit „Union“ nur eine der schlechteren Scheiben mein eigen nenne, habe ich mir einen der Klassiker gegönnt.

Jethro Tull – „Aqualung“ – 1971 – Im Jahr 2009 habe ich die alten Männer noch im IGA-Park gesehen, „Aqualung“ und „Lokomotive Breath“ waren mit am Start

UFO – „Live in Japan“ – 1972 – Irgendwie finde ich Gefallen ein Live Platten, auch so ein Klassiker „Who do you love“!

Omega – ELÖ Kissstadion Live 1979 – Das ist mal ein Zeitdokument eines Ost-Live Konzertes. Spacerock aus Ungarn. Schrammt aber manchmal ziemlich dicht am Kitsch vorbei