Shining – VII Född Förlorare

Erschienen: 21.05.2011

Label: Spinefarm Records

Wertung 9/10

Wenn mal jemand auf der Suche nach einem Geheimtipp, einer relativ unbekannten Band mit einem herausragendem Album ist – hier ist er.

Allerdings kann man dieses Album wohl kaum rezensieren, ohne einige Worte zur Band bzw. ihrem eigenartigen Mastermind zu verlieren. Wenn man dem Glauben schenken mag, was man so über den Typen Niklas Kvarforth zu lesen bekommt, muss das wohl einer der eigenartigsten Typen der Black-Metal-Szene sein. Provokante Bühnenauftritte, menschen- und frauenfeindliche Aussagen, das Spielen mit dem eigenen Leid oder dem der anderen, Heroin, Schizophrenie… ich bin mir dabei immer nicht sicher, wieviel davon Kalkül und wieviel davon tatsächlich echt ist. Aber wir werden hier mal die Trolle nicht füttern und konzentrieren uns auf die Musik.

Und diese ist, zumindest auf diesem Album, verstörend eindrucksvoll, um nicht zu sagen, genial. Genie und Wahnsinn, halt. Die Band pflegt einen depressiven Black Metal, aber eben nicht mit einem überbordenden Riffgewitter und ordentlich hämmernden Growls, die Titel sind fast alle im Midtempo gehalten und wechseln immer wieder zwischen ballernden Ausbrüchen und melancholischen, ja schon fast zerbrechlichen Passagen. Dazu kommt eine sehr ordentliche Gesangleistung. Das Album wird mit zunehmender Laufzeit immer intensiver und hat mit den Titeln „Tillsammen Är Vi Allt“ und dem Landberk-Cover „I Nattens Timma“ seinen Höhepunkt. Der letzte Titel bricht dann irgendwie abrupt ab und lässt mich immer wieder relativ sprachlos zurück. Warum müssen das immer so schräge Typen sein, die solche hervorragende Musik machen? BTW diese Musik ist wirklich nur mit Vorsicht zu geniessen, nichts für sanfte Gemüter!

Alcest – Kodama

Erschienen: 30.9.2016

Label: Prophecy

Wertung 6/10

Ich hatte diese französische Band in recht guter Erinnerung, zufällig war ich über ihr Album „Les Voyages de l’Ame“ gestolpert und es hatte mir recht gut gefallen, ein ansehnliche Produktion mit schönen Liedern, nun ja, etwas dicht an der Grenze zum Kitsch, aber doch ganz gut hörbar. Dann hab ich ein paar Rezensionen zu ihrem neuesten Album gelesen, in irgendeinem Magazin war es sogar in den Reviews mit ganz oben gelistet. Gelobt wurde vor allem die Rückbesinnung auf die schwarzmetallischen Ursprünge der Band.

Ich war gespannt und wurde enttäuscht. Irgendwie passt das alles nicht zusammen, die „Growls“ wirken für mich sonderbar deplaziert, die Stücke sind mir alle zu lang und zu wenig abwechslungsreich. Außerdem finde ich auch die Abmischung etwas seltsam, ich habe mir sogar noch mal den Opener „Autre temps“ von dem bereits erwähnten Album angehört und der klingt für mich wesentlich frischer.

Ich habe dem Album mehrere Chancen, sprich Durchläufe gegeben, aber nach spätestens 30 Minuten langweilt es mich, schade.

Opeth – Deliverance

Erschienen 2.11.2002

Label: Music for Nations

Wertung 8,5/10

Nun kommt also auch eine Rezension zu „Deliverance“, der ungleichen Schwester von „Damnation“. Ich hatte dieses Album bisher noch nicht gehört, aber da ich es zusammen mit ihrer Schwester als Vinyl erstanden hatte, war es nun endlich an der Reihe. Es gilt als eines der härteren Alben der Band, trotzdem finden sich auch viele der typischen Tempowechsel und melodischeren Parts. Gleich die beiden ersten beiden Titel sind ganz ordentliche Ballermänner, wobei der Titelsong jedoch deutlcih hervorzuheben ist. Ich glaube, es ist der Titel mit dem einprägsamsten Outro, das ich je gehört habe. Im dritten Titel „A Fair Judgement“ nehmen die Schweden dann etwas Tempo aus, trotzdem ist der Titel nicht minder eindrucksvoll. 3 Titel, etwa 35 Minuten sind bis dahin um – bis jetzt sind die Schweden eindeutig auf Bestnotenkurs.

Danach nimmt die Qualität etwas ab, es ist beruhigend zu wissen, das auch die allerbesten Musiker nicht nur Weltklasse abliefern können. Hätte man die besten Songs von „Damnation“ und „Deliverance“ auf einem Release vereinigt, wäre es auf jeden Fall wieder ein Meisterwerk geworden, genau wie das vorherige „Blackwater Park“ und das nachfolgende „Ghost Reveries“. So bleibt es das Dokument eines künstlerischen Experimentes, sagen wir mal mit ein paar Abzügen in der B-Note, aber immer noch ein eindrucksvolles Album.

Opeth – Watershed

Erschienen: 24. Mai 2008

Label: Roadrunner

Wertung 10/10

Das Album habe ich tatsächlich sehr lange nicht mehr gehört und bei aller Liebe, die ich den aktuelleren Veröffentlichungen der Band geschenkt habe: Wenn man dieses Album hört, weiß man eigentlich erst mal wieder, was wir alle verloren haben, als die Band sich vom Metal verabschiedet. Keine Band schafft den Spagat zwischen laut und leise, brachialen Riffgewittern und melodiösen Passagen, Growls und Klargesang so phänomenal wie Opeth. Und dieses Album ist meines Erachtens nach ihr Meisterwerk, der glorreiche Abschluss eines Kapitels der Bandgeschichte. Wer wissen will, was ich meine, braucht sich nur die ersten beiden Titel, „Coil“ und „Heir Apparent“ anzuhören. Mehr Worte braucht es nicht mehr, um diesem Album gerecht zu werden: Höchstnote!

Opeth – Damnation

Erschienen: April 2003

Label: Music For The Nations

Wertung 8/10

An einem dunklen Wintermorgen fuhr ich morgens mit dem Auto von Rostock nach Emden. Es hatte in der Nacht geschneit, die Landschaft war in ein kaltes Weiß gebettet. Gegen Morgen war der Schnee jedoch in in einen nassen Nieselregen übergegangen. Der Tag begann grau und trüb und feucht, die ganze Szenerie war wie ein Schwarzweißfilm auf einem schlechten Fernsehbild, nur die roten Bremslichter passten irgendwie nicht rein.

Ich hörte „Damnation“ von Opeth, ich hatte kürzlich diese Platte zusammen mit „Deliverance“ auf Vinyl erstanden und beim ersten Hören fiel mir auf, das ich dieses eher untypische Werk noch nie komplett gehört hatte. Es ist ein sehr ruhiges, fast melancholisches Album fast ohne Metal-Elemente, nur mit Klargesang, viel Akkustikgitarre, Piano, Mellotron.  Es war genau die richtige Musik an diesem Wintermorgen, aber irgendetwas fehlt dem Album .Herausragend sind aus meiner Sicht nur die Stücke „In my Time Of Need“ und „To Rid The Disease“. Produziert von Steven Wilson, ja manchmal klingt es etwas wie Porcupine Tree, aber halt mit dem besseren Sänger. Nach 40 Minuten war die Reise vorbei, zumindest die musikalische. Ich war nicht hundertprozentig überzeugt und hab als nächstes mal wieder „Watershed“ aufgelegt, das ist doch merklich abwechslungsreicher und unterhaltsamer.

Summer is miles and miles away
And no one would ask me to stay
And I should contemplate this change
To ease the pain
And I should step out of the rain
And turn away

Tribulation – The Formulas of Death

Erschienen: 2.5.2013

Label: Anja Offensive

Wertung: 8/10

Auf diese Band wurde ich aufmerksam, als ein Titel vom 2015er Album im Stahlwerk von Fritz lief. Schöner melodischer Black Metal, sehr interessant. Ich wurde letztendlich beim Vorgängeralbum „The Formulas of Death“ fündig, wahrscheinlich weil es auf Prime zu hören war. Die ersten beiden Titel ballern noch ordentlich rein, aber spätestens beim Instrumental ???? ahnt der Hörer, das die Band noch andere Seiten zu bieten hat. „Suspiria“ ist dann auch aus meiner Sicht Höhepunkt des Albums, hier hat man das Tempo etwas rausgenommen, dafür ist das Stück merklich proggiger und spätestens als bei etwa 5min ein seltsam entrücktes Piano mitspielt, bin ich zum Fan dieser Scheibe geworden. In dieser Art und Weise geht es auch munter weiter, melodische Elemente wechseln sich Ballermetal ab, ein sehr schönes Intro bei „When the sky is black with devils“. Gegen Ende hin wird es ein klein wenig langweiliger, da gehen der Kapelle offensichtlich etwas die Ideen aus. Aber trotzdem ei n sehr hörenswertes und abwechlungsreiches Album, das ich immer mal wieder gern höre, insbesondere beim Joggen.

The Formulas of Death

A. J. Kazinski – Todestrank

Erschienen: 01.09.2016

Anbieter: Random House

Sprecher: David Nathan

Wertung: keine

Alberner Reinkarnationskram

Keine Wertung, weil ich nach ca. der Hälfte aufgehört und das Hörbuch zurückgegeben habe. Superermittler begibt sich undercover in eine Irrenanstalt für Schwerverbrecher und kann da schon am zweiten Tage schalten und walten, sein Ex-Freundin ist Forscherin und löst mal eben auf dem Weg nach Südamerika, auf einer lange geplanten Dienstreise, ein kryptographisches Rätsel und stellt dann auf eigene Faust Ermittlungen an, so eine Art weiblicher Indiana Jones, dann noch ein 65 Jahre alter Todesfall, der irgendwie in die Gegenwart reicht, mit Wiederauferstehung und so, jede Menge Logik-Fehler und irgendwann hatte ich genug davon…

Seit die skandinavischen Ermittler alle zu Supermännern mutiert sind, mag man gar keinen nordischen Krimi mehr anfassen. Wo sind sie nur geblieben, Martin Beck, Kurt Wallander, van Veeteren, Erik Winter.

 

Wieder reingehört – Yes, Doors, Stones

Yes – Close to the Edge – 1972 – Das ist wahrscheinlich das Meisterwerk der Band!

The Doors – Weird Scenes inside the Goldmine -1972 – Das ist die erste Compilation nach Morrisons Tod, eine Best Of sozusagen, aber ein toller Querschnitt der etwas düsteren Parts!

Rolling Stones –  Some Girls – 1978 – Nicht gerade ein Klassiker, aber mit Miss You, When The Whip Comes Down und Beast Of Burden ein paar schöne Hits